Der Ku-Kux-Klan
Wenn die Vergangenheit ihre Schatten wirft.
Der Ku-Kux-Klan – wenn die Vergangenheit ihre Schatten wirft
Wenn reale Geschichte Teil einer fiktiven Geschichte wird
Manche Themen sucht man sich beim Schreiben nicht aus, weil sie angenehm sind.
Man greift sie auf, weil sie zu einer Geschichte gehören.
In meinem neuen Roman wird Max Field mit einer Vergangenheit konfrontiert, die lange vor ihrer eigenen Geburt ihren Anfang nahm. Dabei stößt sie nicht nur auf die Geschichte ihrer Familie, sondern auch auf eines der dunkelsten Kapitel der amerikanischen Geschichte:
den Ku-Klux-Klan.
Doch wie entstand diese Organisation eigentlich – und warum konnte ihr Einfluss über so viele Jahrzehnte bestehen bleiben?
Die Anfänge nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg
Eine Organisation entsteht in einer Zeit des Umbruchs
Der erste Ku-Klux-Klan entstand 1865 im US-Bundesstaat Tennessee, unmittelbar nach dem Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs. Was zunächst von ehemaligen Soldaten der Konföderation als eine Art Geheimbund gegründet wurde, entwickelte sich rasch zu einer rassistischen Terrororganisation.
Nach der Abschaffung der Sklaverei und während der sogenannten Reconstruction erhielten ehemals versklavte Menschen zunehmend politische und gesellschaftliche Rechte. Schwarze Männer konnten wählen, politische Ämter übernehmen und begannen, sich ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen.
Genau diese Veränderungen wollte der Klan mit Gewalt verhindern.
Einschüchterungen, Überfälle und Morde sollten Schwarze Amerikaner davon abhalten, ihre neuen Rechte wahrzunehmen. Auch weiße Menschen, die sich für Gleichberechtigung einsetzten, wurden zu Zielscheiben.
Die weißen Gewänder und Kapuzen, die später zu den berüchtigten Erkennungszeichen des Klans wurden, dienten dabei nicht nur der Inszenierung, sondern auch der Anonymität und Einschüchterung.
Der Klan verschwand – und kehrte zurück
Eine Ideologie, die das Ende der Organisation überlebte
Der erste Klan wurde Anfang der 1870er-Jahre durch staatliche Maßnahmen stark zurückgedrängt. Doch die Ideologie dahinter verschwand nicht.
1915 entstand ein zweiter Ku-Klux-Klan. Dieses Mal breitete sich die Bewegung weit über die amerikanischen Südstaaten hinaus aus und erreichte in den 1920er-Jahren mehrere Millionen Mitglieder.
Sein Hass richtete sich nun nicht ausschließlich gegen Schwarze Amerikaner. Auch Katholiken, Juden, Einwanderer und andere gesellschaftliche Gruppen wurden zu Feindbildern erklärt.
Der Klan war längst nicht mehr nur im Verborgenen aktiv. Mitglieder fanden sich teilweise mitten in der Gesellschaft – unter Geschäftsleuten, Beamten, Polizisten und Politikern.
Und genau das macht dieses Kapitel der Geschichte für mich besonders erschreckend:
Das Böse trug nicht immer eine Kapuze.
Manchmal trug es Anzug und Krawatte, ging einer angesehenen Arbeit nach und war für seine Nachbarn ein scheinbar vollkommen gewöhnlicher Mensch.
Die Bürgerrechtsbewegung und die Gewalt der 1950er- und 1960er-Jahre
Der Kampf um Gleichberechtigung trifft auf erbitterten Widerstand
Als die amerikanische Bürgerrechtsbewegung in den 1950er- und 1960er-Jahren immer stärker gegen Rassentrennung und Diskriminierung kämpfte, wurden verschiedene Klan-Gruppen erneut aktiver.
Bombenanschläge, Brandstiftungen, Einschüchterungen und Morde gehörten zu den Mitteln, mit denen weiße Rassisten versuchten, gesellschaftliche Veränderungen aufzuhalten.
Gerade die Südstaaten wurden zum Schauplatz eines erbitterten Kampfes um grundlegende Bürgerrechte.
Und die Folgen dieser Zeit waren 1971 – dem Jahr, in dem meine neue Geschichte spielt – keineswegs plötzlich verschwunden.
Und was hat das mit Max Field zu tun?
Wenn eine Vergangenheit, die vor ihrer Geburt begann, plötzlich Teil ihres Lebens wird
Genau hier beginnt die Fiktion.
Max stößt auf Spuren einer Vergangenheit, die eigentlich nichts mit ihr zu tun haben dürfte.
Schließlich war sie noch nicht einmal geboren, als manche der Ereignisse ihren Anfang nahmen. Und trotzdem führen diese Spuren irgendwann zu ihr.
Zu Menschen, die ihr näher sind, als ihr lieb sein kann.
Zu Entscheidungen, die vor Jahrzehnten getroffen wurden.
Und zu der Frage, wie weit jemand gehen würde, um dafür zu sorgen, dass bestimmte Wahrheiten niemals ans Licht kommen.
Wo Fiktion auf Geschichte trifft
Reale Hintergründe bilden die Kulisse für Max Fields neue Reise
Auch in meinem neuen Roman, Der unsichtbare Feind, verbinde ich reale historische Hintergründe mit einer fiktiven Geschichte.
Meine Figuren und ihre persönlichen Verwicklungen sind Teil der Romanwelt. Die gesellschaftlichen Konflikte und viele historische Hintergründe, vor denen sich ihre Geschichte entfaltet, waren jedoch Realität.
Gerade deshalb ist mir wichtig, dieses Thema nicht nur als spannendes Element eines Thrillers zu verwenden. Ich möchte auch zeigen, in welcher Zeit sich Max bewegt und welche Schatten die Vergangenheit noch immer auf das Jahr 1971 wirft.
Wenn Geschichte nicht einfach endet
Manche Schatten reichen über Generationen hinweg
Denn Geschichte endet nicht automatisch mit einem neuen Jahrzehnt.
Ihre Folgen bleiben.
Manchmal sichtbar. Manchmal verborgen.
Und manchmal muss erst jemand anfangen, Fragen zu stellen.
Genau das tut Max Field.
Manche Geheimnisse wurden nicht vergessen.
Sie wurden absichtlich begraben.