HAWAII
Zwischen Paradies, Vulkanen und Geschichten, die unter die Haut gehen
INSELN ZWISCHEN FEUER UND MEER
Hawaii ist mehr als Palmen, Strände und Postkartenidylle. Seine Geschichte erzählt von polynesischen Wurzeln, einem Köngigreich, tiefgreifenden Veränderungen und einer einzigartigen Kultur mitten im Pazifik
Hawaii – Inseln zwischen Feuer und Meer
Kaum ein Ort verkörpert für uns so sehr die Vorstellung vom Paradies wie Hawaii.
Palmen wiegen sich im Wind. Türkisfarbenes Wasser trifft auf helle Strände. Vulkane ragen aus einer Landschaft, die an manchen Stellen beinahe unwirklich erscheint, und wenn die Sonne im Pazifik versinkt, versteht man sehr schnell, warum Menschen diesen Inseln eine besondere Magie zuschreiben.
Doch Hawaii ist weit mehr als ein tropisches Paradies.
Die Inseln erzählen von einer jahrhundertealten polynesischen Kultur, von Königen und Königinnen, von der Annexion durch die Vereinigten Staaten, von Krieg und gesellschaftlichem Wandel. Sie erzählen von Menschen unterschiedlichster Herkunft, die hier eine gemeinsame Heimat fanden.
Und natürlich erzählen sie auch Musikgeschichte.
Für die Welt von MAX FIELD ist Hawaii deshalb viel mehr als eine wunderschöne Kulisse.
Es ist ein Ort der Gegensätze. Ein Ort der Erinnerung. Und für Max selbst einer der emotionalsten Orte ihres Lebens.
Mitten im Pazifik
Wer auf einer Landkarte nach Hawaii sucht, erkennt schnell, wie außergewöhnlich die geografische Lage der Inselgruppe ist.
Hawaii liegt mitten im nördlichen Pazifik, Tausende Kilometer vom amerikanischen Festland entfernt.
Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Über Millionen von Jahren entstanden sie durch vulkanische Aktivität, während sich die Pazifische Platte über einen sogenannten Hotspot bewegte.
Bis heute lässt sich diese Entstehungsgeschichte sehen.
Schwarze Lavafelder. Grüne Täler. Steile Küsten. Vulkanische Gipfel. Und ein Ozean, der überall präsent ist.
Besonders eindrucksvoll zeigt sich diese Naturgewalt auf Hawaiʻi, der Big Island.
Dort erhebt sich der Mauna Kea mehr als 4.000 Meter über den Meeresspiegel. Misst man ihn allerdings von seinem Fuß auf dem Meeresboden bis zum Gipfel, gehört er zu den höchsten Bergen der Erde.
Für die hawaiianische Kultur ist der Mauna Kea jedoch weit mehr als eine beeindruckende geologische Erscheinung.
Er gilt als heiliger Ort.
Und genau darin zeigt sich etwas, das man beim Blick auf Postkarten leicht übersieht:
Hawaii ist nicht nur Landschaft. Hawaii besitzt eine eigene, tief verwurzelte Kultur. Lange bevor Hawaii amerikanisch wurde
Die ersten polynesischen Siedler erreichten die hawaiianischen Inseln vermutlich vor vielen Jahrhunderten mit hochseetüchtigen Kanus. Sie navigierten über enorme Entfernungen mithilfe der Sterne, der Strömungen, des Windes und ihrer Kenntnis des Meeres.
Es entstand eine eigenständige Kultur mit eigener Sprache, gesellschaftlichen Strukturen, Religion und Traditionen. 1795 gelang es Kamehameha I., einen großen Teil der Inseln zu vereinen. 1810 wurde die Vereinigung des hawaiianischen Königreichs vollendet. Hawaii war damit ein eigenständiges Königreich.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts wuchs jedoch der Einfluss westlicher Geschäftsleute und der Vereinigten Staaten. 1893 wurde Königin Liliʻuokalani, die letzte regierende Monarchin Hawaiis, gestürzt.
1898 annektierten die Vereinigten Staaten Hawaii.
Und erst 1959 wurde Hawaii offiziell der 50. Bundesstaat der USA.
Als meine Geschichten Anfang der 1970er-Jahre spielen, ist Hawaii also gerade einmal etwas mehr als ein Jahrzehnt amerikanischer Bundesstaat.
Auch das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man sich diese Zeit vorstellt.
Oʻahu – das Herz vieler meiner Geschichten
Von allen hawaiianischen Inseln spielt Oʻahu für MAX FIELD die wichtigste Rolle.
Hier liegt Honolulu. Hier befindet sich Waikīkī. Hier liegt Pearl Harbor. Und an der trockeneren Westküste Oʻahus befindet sich Ko Olina.
Oʻahu vereint vieles von dem, was Hawaii ausmacht.
Großstadt und Natur..Tourismus und Geschichte. Militär und Strand. Tradition und Moderne.
Honolulu war Anfang der 1970er-Jahre längst eine lebendige amerikanische Großstadt – und trotzdem besaß sie ein völlig anderes Lebensgefühl als Las Vegas oder Memphis.
Und innerhalb Honolulus gibt es einen Ort, den ich besonders spannend finde:
Chinatown.
Honolulu Chinatown – eine andere Seite des Paradieses Honolulus Chinatown gehört zu den ältesten Chinatowns der Vereinigten Staaten.
Chinesische Einwanderer kamen im 19. Jahrhundert in großer Zahl nach Hawaii, viele zunächst als Arbeitskräfte auf Zuckerrohrplantagen.
Mit ihnen kamen Sprache, Essen, Traditionen und Kultur.
Chinatown entwickelte sich zu einem lebendigen Viertel mit Geschäften, Märkten, Restaurants und einer ganz eigenen Atmosphäre.
Doch auch dieses Viertel hat eine bewegte Geschichte.
Brände, Epidemien, wirtschaftlicher Wandel und gesellschaftliche Spannungen hinterließen ihre Spuren.
Gerade Anfang der 1970er-Jahre war Chinatown nicht die herausgeputzte Touristenkulisse, die Besucher vielleicht erwarten würden.
Es konnte rauer sein.
Unberechenbarer.
Und damit erzählerisch unglaublich interessant.
Denn auch das gehört zu Hawaii:
Nur wenige Kilometer von den berühmten Stränden Waikīkīs entfernt existiert eine vollkommen andere Welt.
Pearl Harbor – ein Ort, der Amerika veränderte
Kaum ein Ort auf Hawaii ist so eng mit amerikanischer Geschichte verbunden wie Pearl Harbor.
Am Morgen des 7. Dezember 1941 griffen japanische Streitkräfte den amerikanischen Marinestützpunkt an. Mehr als 2.400 Amerikaner kamen ums Leben. Der Angriff führte zum Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg.
Auch Jahrzehnte später war Pearl Harbor nicht einfach nur ein historischer Ort. Anfang der 1970er-Jahre lagen die Ereignisse gerade einmal drei Jahrzehnte zurück. Viele Menschen, die den Krieg selbst erlebt hatten, lebten noch. Für sie war Pearl Harbor keine ferne Geschichte. Es war Erinnerung.
Und gleichzeitig blieb Hawaii von enormer militärischer Bedeutung für die Vereinigten Staaten.
Hawaii und die amerikanische Pazifikflotte
Militärschiffe, Flugzeuge und Angehörige der Streitkräfte gehörten zum Alltag auf Oʻahu.
Auch Flugzeugträger der US Navy waren Teil dieser pazifischen Welt.
Die USS Kitty Hawk gehörte zu den bekanntesten amerikanischen Flugzeugträgern dieser Epoche und war während des Vietnamkriegs im Pazifik im Einsatz.
Gerade solche historischen Details faszinieren mich beim Schreiben.
Ein Schiff muss nicht zum Mittelpunkt einer Geschichte werden, um einer Szene Glaubwürdigkeit zu geben. Manchmal genügt es, dass es im Hafen liegt.
Dass Flugzeuge zu hören sind.
Dass Uniformierte durch eine Straße gehen.
Oder dass eine Figur weiß, was gerade Tausende Kilometer entfernt geschieht.
Denn die Welt meiner Figuren endet nicht dort, wo die Handlung gerade stattfindet.
Sie leben in ihrer Zeit.
Und diese Zeit soll man spüren können.
Und dann kam Elvis
Hawaii besitzt auch einen ganz besonderen Platz in der Geschichte von Elvis Presley.
Er trat mehrfach auf den Inseln auf und entwickelte eine enge Verbindung zu Hawaii.
Bereits 1957 gab er dort Konzerte.
1961 folgte eines der bedeutendsten Ereignisse seiner frühen Karriere auf Hawaii: ein Benefizkonzert in Honolulu zugunsten des geplanten USS Arizona Memorial in Pearl Harbor.
Elvis und sein Umfeld unterstützten das Projekt, und das Konzert trug dazu bei, Aufmerksamkeit und Geld für die Gedenkstätte zu sammeln.
Das USS Arizona Memorial wurde 1962 eröffnet.
Auch durch seine Filme wurde Hawaii eng mit Elvis verbunden.
Blue Hawaii machte die Inselwelt Anfang der 1960er-Jahre für ein internationales Kinopublikum zu einem Sehnsuchtsort.
Doch die vielleicht berühmteste Verbindung sollte erst später entstehen.
Am 14. Januar 1973 wurde Aloha from Hawaii via Satellite aus Honolulu übertragen.
Elvis stand in Hawaii auf der Bühne – und das Konzert wurde über Satellit in zahlreiche Länder übertragen und später in weiteren Märkten ausgestrahlt. Über 1,3 Mrd. Menschen konnten das Konzert sehen.
Es wurde zu einem der bekanntesten Auftritte seiner Karriere.
Hawaii war für Elvis damit nicht einfach nur ein Urlaubsort.
Die Inseln begleiteten ihn über viele Jahre seines Lebens und seiner Karriere.
Und auch für mich wurde diese Verbindung zu einem Teil der Faszination für diese Zeit.
Ko Olina – dort, wo meine Fiktion beginnt
Und dann gibt es noch einen Ort, der für meine Geschichte eine vollkommen andere Bedeutung besitzt.
Ko Olina.
An der Westküste Oʻahus gelegen, ist die Gegend heute für ihre Lagunen, Resorts und luxuriösen Anlagen bekannt.
Doch das Ko Olina meiner Geschichten darf man sich nicht wie das heutige Feriengebiet vorstellen.
Anfang der 1970er-Jahre war die Gegend wesentlich weniger erschlossen.
Ruhiger.
Weiter.
Ursprünglicher.
Und genau deshalb habe ich diesen Ort für Max gewählt.
In meiner fiktiven Welt steht dort ihre weiße Strandvilla. Kein gewaltiges Anwesen voller Prunk. Und ganz bewusst ohne Pool. Denn wer den Pazifik unmittelbar vor der Haustür hat, braucht für Max keinen künstlich angelegten Ersatz dafür.
Die Villa steht nah am Meer.
Offen.
Hell.
Mit dem Rauschen der Wellen im Hintergrund.
Eigentlich könnte es ein Paradies sein. Doch für Max ist dieser Ort viel komplizierter. Ein Paradies kann Erinnerungen tragen
Ko Olina ist für Max nicht einfach ein Ferienhaus.
Der Ort ist mit einem der größten Verluste ihres Lebens verbunden.
Mit ihrem kleinen Sohn.
Mit Erinnerungen an eine Zeit, die sie nicht zurückholen kann.
Und deshalb besitzt dieses Haus zwei Gesichter.
Es steht an einem der schönsten Orte der Welt. Und gleichzeitig trägt es Schmerz.
Vielleicht gefällt mir gerade dieser Gegensatz so sehr. Denn Orte sind nicht automatisch glücklich, nur weil sie schön sind.
Wir geben ihnen ihre Bedeutung durch das, was wir dort erleben.
Ein Strand kann für einen Menschen Freiheit bedeuten. Für einen anderen Abschied. Ein Haus kann Geborgenheit sein.
Oder Erinnerung.
Und manchmal kann ein Ort beides gleichzeitig sein.
Für Max ist Ko Olina genau das.
Hawaii und Elwis Preston
Auch Elwis Preston findet in meiner fiktiven Welt seinen Weg nach Hawaii.
Natürlich gibt es dabei eine bewusste Verbindung zu jener Epoche und zu der besonderen Beziehung, die der reale Elvis Presley zu den Inseln hatte.
Aber wie immer gilt:
Elwis Preston ist Fiktion.
Seine Erlebnisse gehören zur MAX-FIELD-Welt.
Und dadurch bekommt Hawaii bei ihm eine eigene Bedeutung.
Denn für Max und Elwis ist diese Inselwelt irgendwann nicht mehr einfach nur ein exotischer Schauplatz. Sie wird zu einem Ort, an dem beide nicht Weltstar, Hotelbesitzerin oder öffentliche Persönlichkeiten sein müssen.
Hier kann es plötzlich um etwas viel Einfacheres gehen.
Um zwei Menschen.
Um Familie.
Um Erinnerungen.
Und darum, ob ein Ort, der einmal mit Schmerz verbunden war, irgendwann wieder etwas anderes bedeuten kann.
Vielleicht ist Hawaii deshalb so wichtig für MAX FIELD
Las Vegas steht in meiner Welt für das große Showbusiness.
Für Licht.
Luxus.
Bühnen.
Und für den Beginn einer außergewöhnlichen Begegnung.
Memphis bedeutet Wurzeln.
Familie.
Vergangenheit.
Heimat.
Hawaii dagegen ist für mich etwas anderes.
Hawaii bedeutet Rückzug.
Aber auch Erinnerung.
Es ist ein Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart auf besonders stille Weise zusammentreffen können.
Und gleichzeitig bietet Hawaii historisch genau das, was mich beim Schreiben immer wieder fasziniert:
Wunderschöne Landschaft und schwierige Geschichte.
Polynesische Tradition und amerikanischer Einfluss.
Pearl Harbor und Pazifikflotte.
Honolulu und Chinatown.
Tourismus und ursprüngliche Landschaft.
Musikgeschichte und persönliche Erinnerungen.
Wieder treffen reale Geschichte und meine erfundene Welt aufeinander.
Zwischen Feuer und Meer
Vielleicht passt Hawaii deshalb so gut zu Max.
Die Inseln selbst sind aus Feuer entstanden.
Aus Vulkanen tief unter dem Meer. Sie wurden geformt, verändert, zerstört und neu geschaffen. Und trotzdem stehen sie dort. Mitten im Pazifik.
Vielleicht ist das sogar ein schönes Bild für viele Menschen in meinen Geschichten.
Auch sie tragen Spuren ihrer Vergangenheit.
Auch sie haben Dinge verloren.
Auch sie mussten sich verändern.
Und manchmal müssen sie erst lernen, dass etwas Neues entstehen darf, ohne dass das Alte dadurch vergessen wird.
Hawaii ist deshalb für mich nicht einfach nur ein weiterer Schauplatz von MAX FIELD.
Es ist einer jener Orte, an denen Landschaft, Geschichte und Gefühle miteinander verschmelzen.
Ein Paradies mit Vergangenheit und eine Inselwelt voller Geschichten.
Und für Max ein Ort, an dem das Meer nicht nur an den Strand zurückkehrt.
Sondern manchmal auch Erinnerungen.